Gartenabfälle entsorgen: Mengen, Astdicke und was nicht hineingehört
Gartenabfälle entsorgen: Die meisten Kommunen nehmen Grüngut kostenlos an — aber fast überall mit Mengengrenze, und die liegt oft bei einem Kubikmeter. Zwei Dinge entscheiden über den Preis: der Astdurchmesser und ob Erde dabei ist. Beides führt regelmäßig dazu, dass eine Ladung teurer wird oder ganz abgewiesen wird.
Der häufigste Fehler ist nicht die Menge, sondern die Beimischung.
Das Wichtigste in Kürze
- Grüngut ist meist kostenlos, aber begrenzt.
- Äste über 8 bis 10 cm gelten als Altholz.
- Erde und Wurzelballen fallen oft heraus.
- Nur aus Hausgärten, nicht gewerblich.
- Bei vollen Containern nichts danebenstellen.
Gartenabfälle entsorgen: die Mengengrenzen
Ein Kubikmeter ist die häufigste Grenze, aber die Spannbreite ist erheblich.
| Ort | Freimenge Grüngut |
|---|---|
| Mainz-Hechtsheim | 600 kg, wenn Astdurchmesser unter 8 cm |
| Biomasseanlage Essenheim | 200 kg gebührenfrei |
| ZAOE Oberes Elbtal | max. 1 m³, gegen Gebühr |
| Memmingen | 50 Liter kostenfrei |
| Göttingen | durchweg gebührenpflichtig |
Dass Grüngut auch kostenpflichtig sein kann, überrascht viele. Göttingen begründet es damit, dass Bioabfall über die Tonne bereits in der Grundgebühr enthalten ist — die Anlieferung am Hof ist dann eine Zusatzleistung.
Ab welcher Dicke ein Ast kein Grüngut mehr ist
Die wichtigste Grenze steht selten im Vordergrund, entscheidet aber über die Fraktion.
| Ort | Grenze | Darüber gilt |
|---|---|---|
| Mainz, Recklinghausen | 8 cm | Altholz |
| Saarbrücken | 10 cm | Holzabfall |
Der Grund ist der Häcksler. Grüngut wird geschreddert und kompostiert oder vergoren — dicke Stämme blockieren die Maschine oder brauchen eine andere Behandlung.
Wer einen Baum gefällt hat, muss deshalb trennen: Dünnes Astwerk ins Grüngut, der Stamm ins Altholz. Wer alles zusammen anliefert, riskiert die Einstufung als Mischabfall — und zahlt den höheren Satz für die ganze Ladung.

Was nicht ins Grüngut gehört
Drei Beimischungen führen regelmäßig zu Problemen.
| Was | Warum |
|---|---|
| Erde und Wurzelballen | Amberg: „keine Erde oder Kompost“ |
| Graswasen | Memmingen nimmt sie auch nicht im Bauschutt |
| Blumentöpfe und Folien | Kunststoff im Kompost |
| Fallobst | Kirchheim: nur gegen Gebühr |
Erde ist der häufigste Fall. Sie macht das Material schwer, verändert die Kompostzusammensetzung und lässt sich nicht mit häckseln. Wer Wurzelballen abgibt, sollte sie vorher ausschütteln — mehr unter Erdaushub entsorgen.
Beim Fallobst ist der Grund ungewöhnlich: Das Kompostwerk Kirchheim nimmt es gegen Gebühr an, weil der hohe Zuckergehalt die Verarbeitung erschwert.
Nur aus dem eigenen Garten
Fast alle Kommunen beschränken die kostenlose Annahme auf private Hausgärten. Der Ortenaukreis formuliert es klar: Grünabfälle, die nicht aus Hausgärten stammen, sind von der Einsammlung ausgeschlossen.
| Herkunft | Regelung |
|---|---|
| Privater Hausgarten | meist kostenlos bis zur Freimenge |
| Gewerbliche Landschaftspflege | ausgeschlossen oder nur mit Anlieferschein |
| Kleingartenanlage | je nach Satzung unterschiedlich |
Amberg lässt gewerbliches Grüngut nur an einem Standort und nur mit Anlieferschein zu. Der Grund ist die Finanzierung: Die Hausmüllentsorgung wird über die Abfallgebühren der Haushalte getragen, gewerbliche Abfälle nicht.
Wer einen Gärtner beauftragt, sollte klären, wer den Grünschnitt entsorgt. In der Regel gehört das zur Leistung des Betriebs. Mehr unter Gewerbe Wertstoffhof.
Container statt Hof
Bei größeren Gartenprojekten kippt die Rechnung. Eine Heckenrodung oder ein gefällter Baum füllen schnell mehrere Kubikmeter — und die Freimenge gilt meist pro Anlieferung, nicht pro Tag.
Grüngutcontainer sind vergleichsweise günstig, weil das Material verwertet wird und Erlöse bringt. Sobald aber Erde, Wurzeln oder Zaunreste dazukommen, greift die teurere Gruppe — mehr unter Baumischabfall und Containergrößen.
Wenn der Container voll ist
Im Frühjahr und Herbst sind Grüngutcontainer regelmäßig überfüllt. Landshut formuliert die Bitte am freundlichsten: In Spitzenzeiten das Grüngut im Garten liegen lassen, bis die Container wieder aufnahmefähig sind.
Was daneben steht, gilt rechtlich als illegale Ablagerung — auch wenn es gut gemeint ist. Es muss von Hand aufgeladen werden und kostet den Betrieb Zeit.
Und die Nutzungszeiten sind begrenzt: In Landshut nur werktags von 7 bis 20 Uhr, nicht an Sonn- und Feiertagen. Grüngutcontainer sind laut, und Anwohner haben Anspruch auf Ruhe.
Häufige Fragen zu Gartenabfällen
Ist Grüngut kostenlos?
Meist ja, bis zu einer Freimenge. Manche Kommunen wie Göttingen berechnen es durchweg.
Wie dick dürfen Äste sein?
Je nach Kommune bis 8 oder 10 Zentimeter, darüber gilt es als Altholz.
Darf Erde ins Grüngut?
Nein, Erde und Wurzelballen werden fast überall ausgeschlossen.
Was ist mit Fallobst?
Wird teils nur gegen Gebühr angenommen, weil der Zuckergehalt die Verarbeitung erschwert.
Darf mein Gärtner den Schnitt abgeben?
Meist nicht kostenlos — gewerbliches Grüngut braucht oft einen Anlieferschein.
Quellen und Abrufdatum
Die genannten Regelungen stammen von den jeweiligen Betreibern, abgerufen am 31.08.2026. Angaben aus Drittportalen verwenden wir grundsätzlich nicht.
| Kommune | Regelung | Quelle |
|---|---|---|
| Mainz-Bingen | 600 kg Freimenge bei Astdurchmesser unter 8 cm, Essenheim 200 kg | KAW Mainz-Bingen |
| Amberg | keine Erde oder Kompost, gewerblich nur mit Anlieferschein | Stadt Amberg |
| Ortenaukreis | Grünabfälle nicht aus Hausgärten sind ausgeschlossen | Abfallwirtschaft Ortenaukreis |
| Landshut | kein Grüngut neben dem Container, Nutzung 7 bis 20 Uhr | Stadt Landshut |
| Saarbrücken | Äste über 10 cm gelten als Holzabfall | ZKE Saarbrücken |
Freimengen und Gebühren ändern sich. Vor der Fahrt lohnt der Blick auf die Betreiberseite — wie wir arbeiten, steht in der Methodik.
Quellen
- KAW Mainz-Bingen — abgerufen am 31.08.2026
- Stadt Amberg, Entsorgungsangebot — abgerufen am 31.08.2026
- Abfallwirtschaft Ortenaukreis — abgerufen am 31.08.2026
- Stadt Landshut — abgerufen am 31.08.2026
- ZKE Saarbrücken — abgerufen am 31.08.2026